Poli­ti­sche Unio­nen in der euro­päi­schen Geschich­te (10.–18. Jhd.) und ihre spä­te­ren Erin­ne­rungs­per­spek­ti­ven (19.–21. Jhd.)

7.–9.9.2026 | Eine inter­na­tio­na­le Tagung wid­met sich dynas­ti­schen, per­so­na­len und rea­len Unio­nen in ver­glei­chen­der Per­spek­ti­ve. Erst­mals sol­len poli­ti­sche Unio­nen sys­te­ma­tisch im gesamt­eu­ro­päi­schen Ver­gleich unter­sucht wer­den. Der 330. Jah­res­tag der Bil­dung der litau­isch-pol­nisch-säch­si­schen poli­ti­schen Uni­on bie­tet Anlass, die Geschich­te euro­päi­scher Unio­nen neu in den Blick zu neh­men.  Die Ergeb­nis­se wer­den im Anschluss an die Tagung in einer Publi­ka­ti­on zusam­men­ge­führt. Die Tagung eröff­net damit neue Per­spek­ti­ven auf die Ver­flech­tun­gen euro­päi­scher Herr­schafts­räu­me und die poli­ti­schen Bezie­hun­gen zwi­schen den Dynas­tien und Staa­ten Euro­pas.

Rea­li­sier­te poli­ti­sche Unio­nen in Euro­pa exis­tier­ten kurz‑, mit­tel- oder län­ger­fris­tig. In der mit­tel­al­ter­li­chen und früh­neu­zeit­li­chen euro­päi­schen Geschich­te spiel­ten sie für die Kon­fi­gu­ra­ti­on von Herr­schafts­be­rei­chen bzw. Staa­ten eine erheb­li­che Rol­le. Im Rah­men der Tagung sol­len aus­ge­wähl­te Fall­bei­spie­le in Mittel‑, Nord‑, Ost‑, Süd- und West­eu­ro­pa ana­ly­siert wer­den. Um Ver­glei­che zwi­schen ihnen in den Dis­kus­sio­nen leich­ter zu ermög­li­chen, sol­len sie auf der Grund­la­ge von vier chro­no­lo­gisch-inhalt­li­chen Schwer­punk­ten nach aus­ge­wähl­ten Leit­fra­gen unter­sucht wer­den. Aus­ge­hend von den Fall­bei­spie­len sol­len u.a. Fra­gen nach den Ent­ste­hungs­be­din­gun­gen von Unio­nen, ihren Befür­wor­tern und Geg­nern, nach ihren inne­ren Orga­ni­sa­tio­nen und deren Wand­lun­gen sowie nach ihren äuße­ren Bezie­hun­gen wäh­rend einer kurz‑, mit­tel- oder län­ger­fris­ti­gen Exis­tenz dis­ku­tiert wer­den. Zudem soll nach den Grün­den für Auf­lö­sun­gen und Neu­kon­fi­gu­ra­tio­nen von Unio­nen und der Aus­trit­te von Mit­glie­dern in ver­glei­chen­der euro­päi­scher Per­spek­ti­ve gefragt wer­den. Die Unter­su­chun­gen mit­tel- und län­ger­fris­tig exis­tie­ren­der Unio­nen wer­den auf der Tagung domi­nie­ren, gleich­wohl sol­len auch kurz­fris­ti­ge Unio­nen in den Blick genom­men wer­den. Über­dies sol­len die unter­schied­li­chen Beur­tei­lun­gen der mit­tel­al­ter­li­chen und früh­neu­zeit­li­chen Unio­nen aus der Retro­spek­ti­ve der neu­es­ten Zeit bis zur Gegen­wart einen Schwer­punkt der Vor­trä­ge und Dis­kus­sio­nen bil­den.

Wis­sen­schaft­li­che Lei­tung:
Säch­si­sche Aka­de­mie der Wis­sen­schaf­ten zu Leip­zig: Prof. Dr. Wolf­gang Husch­ner
Pol­ni­sche Aka­de­mie der Wis­sen­schaf­ten / Socie­tas Jablo­no­vi­a­na : Prof. Dr. Igor Kąko­lew­ski in Zusam­men­ar­beit mit Prof. Dr. Miloš Řez­ník (Tech­ni­sche Uni­ver­si­tät Chem­nitz / Socie­tas Jablo­no­vi­a­na)

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Abb.: König Erich (1382–1459) und Köni­gin Phil­ip­pa (1394–1430), Herr­scher­paar der „Kal­ma­rer“ Uni­on. Chor­ge­stühl der Dom­kir­che von Kirk­ju­bøur, Färö­er, Natio­nal­mu­se­um der Färö­er.