7.–9.9.2026 | Eine internationale Tagung widmet sich dynastischen, personalen und realen Unionen in vergleichender Perspektive. Erstmals sollen politische Unionen systematisch im gesamteuropäischen Vergleich untersucht werden. Der 330. Jahrestag der Bildung der litauisch-polnisch-sächsischen politischen Union bietet Anlass, die Geschichte europäischer Unionen neu in den Blick zu nehmen. Die Ergebnisse werden im Anschluss an die Tagung in einer Publikation zusammengeführt. Die Tagung eröffnet damit neue Perspektiven auf die Verflechtungen europäischer Herrschaftsräume und die politischen Beziehungen zwischen den Dynastien und Staaten Europas.
Realisierte politische Unionen in Europa existierten kurz‑, mittel- oder längerfristig. In der mittelalterlichen und frühneuzeitlichen europäischen Geschichte spielten sie für die Konfiguration von Herrschaftsbereichen bzw. Staaten eine erhebliche Rolle. Im Rahmen der Tagung sollen ausgewählte Fallbeispiele in Mittel‑, Nord‑, Ost‑, Süd- und Westeuropa analysiert werden. Um Vergleiche zwischen ihnen in den Diskussionen leichter zu ermöglichen, sollen sie auf der Grundlage von vier chronologisch-inhaltlichen Schwerpunkten nach ausgewählten Leitfragen untersucht werden. Ausgehend von den Fallbeispielen sollen u.a. Fragen nach den Entstehungsbedingungen von Unionen, ihren Befürwortern und Gegnern, nach ihren inneren Organisationen und deren Wandlungen sowie nach ihren äußeren Beziehungen während einer kurz‑, mittel- oder längerfristigen Existenz diskutiert werden. Zudem soll nach den Gründen für Auflösungen und Neukonfigurationen von Unionen und der Austritte von Mitgliedern in vergleichender europäischer Perspektive gefragt werden. Die Untersuchungen mittel- und längerfristig existierender Unionen werden auf der Tagung dominieren, gleichwohl sollen auch kurzfristige Unionen in den Blick genommen werden. Überdies sollen die unterschiedlichen Beurteilungen der mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Unionen aus der Retrospektive der neuesten Zeit bis zur Gegenwart einen Schwerpunkt der Vorträge und Diskussionen bilden.
Wissenschaftliche Leitung:
Sächsische Akademie der Wissenschaften zu Leipzig: Prof. Dr. Wolfgang Huschner
Polnische Akademie der Wissenschaften / Societas Jablonoviana : Prof. Dr. Igor Kąkolewski in Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Miloš Řezník (Technische Universität Chemnitz / Societas Jablonoviana)
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Abb.: König Erich (1382–1459) und Königin Philippa (1394–1430), Herrscherpaar der „Kalmarer“ Union. Chorgestühl der Domkirche von Kirkjubøur, Färöer, Nationalmuseum der Färöer.