Das The­ma Mul­ti­kul­tu­ra­li­tät pola­ri­siert, es erfährt in den öffent­li­chen Debat­ten der letz­ten Jah­re wach­sen­de Auf­merk­sam­keit. Die dem Begriff Mul­ti­kul­tu­ra­li­tät zuge­schrie­be­ne Bedeu­tung und Wer­tig­keit kann posi­tiv sein und sich auf ein mul­ti­eth­ni­sches Zusam­men­le­ben, die Akzep­tanz sprach­li­cher und kul­tu­rel­ler Unter­schie­de bezie­hen. Eine Hoch­kon­junk­tur hat­ten die­se Über­le­gun­gen in den acht­zi­ger und zu Beginn der neun­zi­ger Jah­re des 20. Jahr­hun­derts. Sehr bald spitz­ten sich jedoch die zum Teil lei­den­schaft­lich aus­ge­tra­ge­nen Dis­kus­sio­nen zu, kon­zen­trier­ten sich vor­nehm­lich nur auf eine Her­kunfts-Kul­tur. Der Begriff Mul­ti­kul­tu­ra­li­tät wur­de dabei zuneh­mend nega­tiv auf­ge­la­den, und zwar im Sin­ne eines angeb­li­chen Ver­lusts von Iden­ti­tät, sprach­lich-kul­tu­rel­ler Eigen­stän­dig­keit, ent­ste­hen­der Par­al­lel­ge­sell­schaf­ten, stei­gen­der Unter­drü­ckung und Gewalt, die eine mul­ti­kul­tu­rel­le Gesell­schaft zwangs­läu­fig mit sich brin­gen wür­de. Die eng mit­ein­an­der ver­knüpf­ten The­men Mul­ti­kul­tu­ra­li­tät und (lite­ra­ri­sche) Mehr­spra­chig­keit erfreu­en sich in den letz­ten Jah­ren sei­tens der inter­na­tio­na­len For­schung wach­sen­der Auf­merk­sam­keit und Popu­la­ri­tät. Durch die aktu­el­le poli­ti­sche, gesell­schaft­li­che und kul­tur­po­li­ti­sche Ent­wick­lung sind die­se The­men in wach­sen­dem Maße zu einer Her­aus­for­de­rung gewor­den, auf die die Bei­trä­ge des Sam­mel­bands in dif­fe­ren­zier­ter Wei­se reagie­ren. Sie beleuch­ten unter­schied­li­che Facet­ten mul­ti­kul­tu­rel­ler Rea­li­tä­ten in impe­ria­len und post-impe­ria­len Kon­tex­ten in Ost­mit­tel­eu­ro­pa. Dabei neh­men sie poli­ti­sche, gesell­schaft­li­che und lite­ra­ri­sche Pro­zes­se in den Blick und bie­ten wich­ti­ge Impul­se für ein dif­fe­ren­zier­tes Ver­ständ­nis ost­mit­tel­eu­ro­päi­scher Geschich­te.

Am 24.06.2026 in der Staats­bi­blio­thek zu Ber­lin, Theo­dor-Fon­ta­ne-Saal, Unter den Lin­den 8, 10117 Ber­lin fand die Vor­stel­lung des Buches „Her­aus­for­de­rung Mul­ti­kul­tu­ra­li­tät – Facet­ten, Ver­flech­tun­gen, Viel­ge­stal­tig­sein“, das als Ergeb­nis der Kon­fe­renz (Novem­ber 2022) in Bres­lau der Socie­tas Jablo­no­vi­a­na und der Uni­ver­si­tät Bres­lau und wei­te­rer Part­ner seit Herbst 2025 vor­liegt.

Der Her­aus­ge­ber Hans-Chris­ti­an Trep­te sowie der Mit­au­tor Miloš Řez­ník stel­len die Ver­öf­fent­li­chung zusam­men mit Ben­ja­min Voel­kel vor und dis­ku­tie­ren anschlie­ßend mit dem Publi­kum im Rah­men der Ver­an­stal­tungs­rei­he „Polish Affairs. Pol­ni­sche Kul­tur zu Gast in der Sta­bi“  →

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert